Pädagogik und Psychologie

Rezension „Diklusive Lernwelten“

Die Rezension beschäftigt sich mit dem von Lea Schulz, Igor Krstoski, Martin Lüneberger und Dorothea Wichmann herausgegebenen Sammelband „Diklusive Lernwelten“.

Schulz, L., Krstoski, I., Lüneberger, M. & Wichmann, D. (Hg.) (2021). Diklusive Lernwelten. Zeitgemäßes Lernen für alle Schülerinnen und Schüler. Dornstadt: Visual Books.

Der Sammelband „Diklusive Lernwelten“ (Schulz et al. (Hg.) 2021) ist schon wegen seiner Entstehungsgeschichte bemerkenswert. Zu Beginn der Corona-Pandemie waren viele Pädagoginnen und Pädagogen frustriert darüber, dass sich weder online noch gedrucktes Material zum inklusiven Distanzunterricht bzw. zum Distanzunterricht für Schülerinnen und Schüler mit Beeinträchtigungen finden ließ. Im September 2020 begann eine wachsende Arbeitsgruppe mithilfe einer Internetpinnwand, einschlägige Ideen aus Wissenschaft und Praxis zu sammeln. Bald entstand die Idee, die gemeinsame Expertise für ein Buch zu nutzen.

In „Diklusive Lernwelten“ behandeln mehr als 50 Autorinnen und Autoren in mehr als 70 Beiträgen Themen wie „Assistive Technologien“, „Individualisierung durch Medien“, „Kooperation und Kollaboration durch Medien“, „Tipps und Tricks für die Lehrkraft“, „Förderung von Medienkompetenz“, „Schulentwicklung“, „Berufliche Bildung“ und „Lehrer:innenbildung“. Einige Artikel enthalten Anregungen und Hinweise, die auf jede inklusive Lerngruppe anwendbar sein dürften, andere fokussieren Schülerinnen und Schüler mit spezifischen Bedarfen, z. B. mit dem Förderschwerpunkt „Hören“. Hinter allen steht der zentrale Begriff „Diklusion“, der auch im Titel des Bandes auftaucht: Mit der Zusammensetzung aus „Digitalisierung“ und „Inklusion“ sollen Überlegungen zu den beiden zentralen Reformprozessen zusammengeführt werden, die die Schule zu Beginn der 2020er-Jahre beschäftigen.

Für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, die eine Lese-Rechtschreib- und/oder Rechenschwäche haben, sind vor allem die Anregungen zum Einsatz von Apps in den Kapiteln 5, 6 und 7 interessant. Beiträge aus diesen Kapiteln befassen sich beispielsweise mit der Nutzung diverser Apps, wie:

  • „Book Creator“ zur Textproduktion (Corinna Arff)

  • „LearningApps“ zur Wortschatzarbeit (Nataliya Levytska)

  • „Rechenfeld“ im Mathematikunterricht (Christian Urff)

  • „Storyboard That“ zur Produktion von Comics (Stephanie Löw)

  • „Worksheet Creator“ zur Produktion differenzierter Arbeitsblätter (Lea Schulz)

  • „Zabulo“ zur Produktion differenzierter Spiele und ähnlicher Lernangebote (Karin Reber)


  • Neben solchen eher praktisch orientierten Beiträgen finden sich aber auch solche, die Bemühungen um Diklusion in den größeren theoretischen Zusammenhang einordnen, so z. B. die Texte von Lea Schulz und Igor Krstoski in Kapitel 3.

    Alle Beiträge zeugen eindrucksvoll von einem kreativen und engagierten Umgang mit den Herausforderungen der Corona-Pandemie – sie sind aber auch über diese hinaus von bleibendem Wert.

    Der Band „Diklusive Lernwelten“ kann hier kostenlos als E-Book abgerufen oder in einer Hardcover-Ausgabe kostenpflichtig (Preis: 49,99€) bestellt werden.

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