So geht's:
Beide Personen würfeln gleichzeitig oder abwechselnd mit vielen Spielwürfeln (z. B. etwa 18 bis 25) in einem Becher. Bevor sortiert wird, schauen sich beide den eigenen Wurf an und schätzen: Wer hat wohl mehr Punkte gewürfelt und worauf gründet sich die Vermutung? Diese erste Schätzung ist ein wichtiger Teil des Spiels.
Anschließend sortiert jede Person ihre Würfel nach Augenzahlen. Nun werden die Würfel so zusammengelegt, dass die Augenzahlen immer 10 bilden, zunächst also:
Wenn keine Zweierpaare mehr möglich sind, geht es darum, Zahlenmuster so zu kombinieren, dass erneut insgesamt zehn Punkte gebildet werden:
Sind immer zehn Punkte gruppiert gelegt, kann man die Punktzahl in Zehnerschritten zählen (10, 20, 30 …). Am Ende müssen nur noch die wenigen übriggebliebenen Würfelpunkte addiert werden.

Zum Schluss vergleichen beide Personen ihre Ergebnisse. Wer die höhere Punktzahl hat, gewinnt die Runde. Natürlich kann man auch einfach spielen und die Punktezahl vergleichen, ohne dass die höhere Punktzahl als Sieg bewertet wird.
Anfangs zählen Kinder mit Lernschwierigkeiten die Punktezahlen in den Gruppen teilweise nach. Erwachsene können dann anregen und vormachen, dass sie selbst nicht von vorn beginnen zu zählen, sondern weiterzählen ab einer Anzahl, die sie gut erkennen können. Ohnehin können Eltern ihr Kind bei diesem Spiel unterstützen, indem sie „laut denken“: „Ich lege zuerst fünf und fünf zusammen.“ Oder: „Ich habe keine Fünf mehr, ich baue mir aus drei Punkten und zwei Punkten eine …“ Sie bieten damit ein Modell, das das Kind nachahmen kann. Diese spielerische Übung ermöglicht einen niedrigschwelligen Zugang, weil nicht „im Kopf“ gerechnet, sondern „geschaut“ wird. Meist werden die Kinder immer sicherer im geschickten Kombinieren der Würfelmuster.
Autorin:

Joana Berg arbeitet als wissenschaftliche Leiterin im Fachbereich Mathematik des Duden Instituts für Lerntherapie Berlin-Treptow