Rechenschwäche

Fünf Tipps für das häusliche Lernen bei Rechenschwäche

Viele Eltern fragen sich, wie sie ihr Kind mit einer Rechenschwäche beim Lernen zu Hause sinnvoll unterstützen können. Die gute Nachricht ist: Mit einfachen Maßnahmen lässt sich im Alltag viel bewirken. Wichtig dabei ist vor allem ein Gedanke: Mathematik sollte verstanden und nicht nur auswendig gelernt werden. 

Folgende Tipps helfen Kindern im Umgang mit Rechenschwäche im Alltag:

1. Zahlen anschaulich erleben Kinder profitieren davon, wenn mit konkreten Materialien gearbeitet wird, z. B. mit Münzen, Bauklötzen oder kleinen Alltagsgegenständen. Auch ein Zahlenstrahl hilft dabei, ein sicheres Zahlenverständnis aufzubauen. Dieser kann – wie auf dem Bild oben – auch auf den Boden gelegt werden. Spielerische Übungen zur Zahlzerlegung tragen ebenfalls dazu bei. Ein Beispiel dazu zeigt unser Film „Mit vielen Würfeln würfeln“ aus der Reihe Lernvergnügen.

So wird deutlich, dass Mathematik nicht nur etwas Abstraktes ist, sondern im täglichen Umgang eine große Bedeutung hat. 

2. Regelmäßigkeit schlägt Dauer 

Kurze Übungszeiten zwischen etwa 10 und 15 Minuten täglich sind meist effektiver als lange Lerneinheiten. Eine feste Lernroutine mit einem ruhigen Arbeitsplatz und einem gleichbleibenden Ablauf unterstützt das Lernen. Dabei sollte zuerst Bekanntes wiederholt werden, danach Neues geübt und zum Abschluss ein kleines Erfolgserlebnis geschaffen werden. 

3. Spielerischen Alltag aufzeigen 

Würfel- oder Kartenspiele, gemeinsames Backen oder kleine Rechenaufgaben beim Einkaufen zeigen Kindern, dass Mathematik ein fester Bestandteil im Alltag ist. Lernen wird für Kinder so natürlicher und es entsteht weniger Druck. Für spielerisches Üben können z. B. das Spiel „17+4“ für den Zwanzigerraum oder „Halli Galli“ zur Mengenerfassung genutzt werden. Es empfiehlt sich, eine feste Familienspielzeit in der Woche einzuplanen. 

4. Positive Atmosphäre schaffen 

Kinder mit Rechenschwäche erleben häufig Misserfolge und brauchen Ermutigung statt Zeitdruck. Kleine Fortschritte sollten bewusst wahrgenommen und gelobt werden. Sie sind wichtige Schritte auf dem Weg zum sicheren Rechnen und zeigen Kindern Entwicklungsschritte auf. 

5. Überforderung vermeiden 

Das häusliche Üben für aktuelle schulische Inhalte der jeweiligen Klassenstufe überfordert Kinder mit Rechenschwäche in der Regel. Dies hängt zwar auch von der Differenzierung des Unterrichts ab, sollte jedoch überprüft werden. Ziel kann hier nur sein, das Kind bestmöglich zu entlasten und sinnvolle Regelungen zum zeitlichen sowie inhaltlichen Umfang zu finden. Anders sieht es mit kurzen Übungsphasen aus, die Basisfähigkeiten beinhalten und möglichst am Leistungsniveau des Kindes ansetzen. Dieses Niveau zu bestimmen erfordert eine Diagnostik und Beratung durch Lehrpersonen und Lerntherapeutinnen oder -therapeuten. 

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