Leistungsangst zeigt sich nicht nur in Prüfungen. Sie tritt auch beim Aufrufen im Unterricht, beim Sport oder beim Halten eines Referats auf. Rund 10 bis 20 Prozent der Schüler/-innen sind betroffen. Häufig geht dies mit körperlichen Beschwerden, geringerem Selbstwert und spürbaren Leistungseinbußen einher.
Wir haben die Absolventin Lea Krecsmár zu den zentralen Ergebnissen ihrer Abschlussarbeit befragt.
1. Woran können Lehrkräfte und Lerntherapeut/-innen Leistungsangst früh erkennen?
Typische Hinweise sind häufiges Fehlen an Prüfungstagen, wiederkehrende Bauch- oder Kopfschmerzen sowie deutlich schlechtere Leistungen in Tests im Vergleich zum Unterricht. Auch eine veränderte Stimme oder zurückhaltendes Verhalten beim Aufgerufenwerden können Hinweise sein.
2. Was hilft Kindern und Jugendlichen am meisten?
Entscheidend ist eine stabile Beziehung zu Lehrkräften und Lerntherapeutinnen. Dabei kommt es insbesondere darauf an, Erfolge sichtbar zu machen und Angstgedanken in hilfreiche Gedanken umzuwandeln. Wirksam sind außerdem:
Bei stark ausgeprägter Leistungsangst kann eine professionelle Verhaltenstherapie notwendig sein.
3. Welche Bedeutung haben die Ergebnisse für die schulische Praxis?
Eine klare Haltung wirkt stärkend: „Ihr seid mehr als eure Noten.“ Leistungssituationen sollten vertraut gestaltet werden, durch ruhige Routinen begleitet und durch positive Erfahrungen abgeschlossen werden. Kleine wertschätzende Begegnungen im Schulalltag wirken langfristig und machen Kinder sicherer und helfen ihnen, mutig in Leistungssituationen zu gehen.
Die Ergebnisse der Masterarbeit zeigen eindrucksvoll: Leistungsangst ist veränderbar. Mit aufmerksamer Begleitung, guter Kommunikation und einer stärkenden Haltung können Lehrkräfte und Lerntherapeut/-innen viel bewirken.
Sie möchten auf dem Gebiet der Lerntherapie forschen oder interessieren sich für ein Master- oder Bachelorstudiengang in diesem Bereich?
Zur Absolventin:

Lea Krecsmár studierte „Integrative Lerntherapie (M.A.)” an der SRH Fernhochschule.