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Über den Kongress

Der Bundeskongress „Lerntherapie und inklusive Schule“ der Duden Institute für Lerntherapie findet am Samstag, dem 25. November 2017 von 9 bis 17 Uhr in Berlin statt. Er versammelt Beiträge aus Didaktik, Pädagogik, Psychologie und Kinderpsychiatrie, aus Wissenschaft und Praxis.
Im Mittelpunkt stehen folgende Fragen:
Wie kann erfolgreicher Unterricht auch für Kinder gestaltet werden, die besondere Schwierigkeiten beim Erlernen des Lesens, Schreibens und Rechnens haben?
Wie kann Lerntherapie innerhalb und außerhalb der Schule Kindern mit einer „Lese-Rechtschreib-Schwäche“ oder „Rechenschwäche“ helfen?
Wie können Schule und Lerntherapie in Zukunft noch enger kooperieren? Welche konkreten Formen der Zusammenarbeit sind bereits erfolgreich erprobt?
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Unser Programm

Begrüßung und Eröffnung

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Lerntherapie und inklusive Schule

9:30 – 10:00 Begrüßung und Eröffnungsvortrag

Dr. Gerd-Dietrich Schmidt, Gründer und Geschäftsführer der Duden Institute für Lerntherapie

Zwei Entwicklungstendenzen prägen derzeit die Bildungslandschaft in Deutschland: die Inklusion als das Projekt, das absehbar noch auf Jahre hinaus die Schulentwicklung bestimmen wird, und die zunehmende Professionalisierung und wissenschaftliche Fundierung der integrativen Lerntherapie. Diese beiden Entwicklungen treffen dort zusammen, wo Lerntherapeuten als externe Experten Lösungen für Probleme anbieten, mit denen die inklusive Schule zurechtkommen muss. Dadurch entstehen neue Herausforderungen, aber auch große Chancen für eine wirksame Zusammenarbeit von Lehrern und Lerntherapeuten, Schule und Jugendhilfe sowie Wissenschaft und Praxis. Diese Herausforderungen und Chancen für eine wirksame Zusammenarbeit aller Beteiligten im Interesse betroffener Kinder und deren Familien sollen im Eröffnungsvortrag beleuchtet werden.

Inklusion – Chancen, Widersprüche, Perspektiven

10:00 – 11:15 Vortrag

Prof. Dr. Rolf Werning, Leiter der Abteilung Pädagogik bei Lernbeeinträchtigungen am Institut für Sonderpädagogik an der Leibniz Universität Hannover

Inklusion ist seit dem Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention 2008 das zentrale Thema der Schulentwicklung. Immer drängender stellt sich die Frage, wie die Vision einer „Schule für alle“ praktisch umgesetzt werden kann. Im Vortrag sollen Herausforderungen, mögliche Überforderungen, Chancen und Perspektiven einer Entwicklung des deutschen Schulsystems hin zu einem inklusiven Bildungssystem skizziert werden.

Adaptive Förderung von Kindern mit Rechenschwäche in Unterricht und Therapie

11:45 – 13:00 Vortrag

Prof. Dr. Michael von Aster, Leiter der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik an den DRK Kliniken Berlin Westend und am Ernst von Bergmann-Klinikum Potsdam, Professor für Klinische Psychologie und Psychotherapie, Universität Potsdam

Angesichts der wachsenden Heterogenität von Fähigkeits- und Vorwissensstrukturen bei Kindern sind differenzierende Unterrichts- und Förderansätze erforderlich, um individuelle Unterschiede angemessen und adaptiv zu berücksichtigen. Dies gilt besonders für die spezifische aber komplexe Domäne der Zahlenverarbeitung und des Rechnens. Das mathematische Lernen und der damit einhergehende sukzessive Aufbau eines weitverzweigten neuronalen Netzwerks beginnt in früher Kindheit und ist auf verschiedene Weise und in verschiedenen Stadien störbar. Entsprechend vielfältig sind die Symptome und die Muster von Stärken und Schwächen bei Kindern mit Dyskalkulie. Auf der Basis der aktuellen neurokognitiven und entwicklungspsychologischen Theoriebildung und Evidenz wurde das Trainingsprogramm „Calcularis“ entwickelt und in einer Reihe von Studien evaluiert. Es handelt sich um ein computerisiertes und adaptives Training zur Verbesserung der Mengen- und Zahlenrepräsentation sowie zum Rechnen. Neben einer Beschreibung des Programms, der theoretischen Fundierung und der einzelnen Spiele, werden die Ergebnisse einer großen Wirksamkeitsstudie bei Kindern mit Rechenschwäche vorgestellt.

Forum I - Lese-Rechtschreib-Schwäche

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Gut vorbereitet auf den Schriftspracherwerb: Gilt auch für Deutschlehrer/innen!

14:00 – 15:15 Vortrag I-A

Dr. Carola Schnitzler, Dozentin im Bereich Grundschulpädagogik Deutsch an der Universität Potsdam

In diesem Beitrag werden erste Ergebnisse einer Studie der Universität Potsdam präsentiert, bei der Master-Studierende des Lehramts Primarstufe Grundschülerinnen
und -schüler mit Lese- und / oder Rechtschreibschwierigkeiten (LRS) symptomorientiert fördern. Hierbei handelt es sich um zusätzliche schulische Fördermaßnahmen (Förderunterricht), an denen die Schüler/innen einzeln oder in Kleingruppen teilnehmen. Die Studierenden werden im Rahmen einer universitären Lehrveranstaltung fachlich begleitet.
Es wird aufgezeigt, wie zukünftige Deutschlehrer/innen durch fallbasiertes Lernen einerseits auf einen professionellen Deutschunterricht, in dem Kinder gut lesen und schreiben lernen und andererseits auf den späteren Umgang mit Kindern, denen der Schriftspracherwerb Schwierigkeiten bereitet, vorbereitet werden. Hierbei werden die Dimensionen Wissen (Fachkompetenz), Können (diagnostische und didaktische Kompetenz) sowie Handeln (förderpraktische Kompetenz) berücksichtigt.

Den erfolgreichen Start in die Welt der Schrift ermöglichen: Lernvoraussetzungen berücksichtigen

15:45 – 17:00 Vortrag I-B

Prof. Dr. Gerd Mannhaupt, Professor für Grundlegung Deutsch an der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät der Universität Erfurt

Seit einigen Jahren setzt sich in den Grundschulen die Praxis durch, die Schuleingangsstufe jahrgangsübergreifend zu gestalten. Darüber hinaus wird der Übergang aller Kinder im entsprechenden Alter von der Kindertageseinrichtung in die Grundschule zum Regelfall und der Grundschule wird die Aufgabe übertragen, Kinder in der Grundschule für die Grundschule fit zu machen. In Verbindung mit den Befunden aus den internationalen Vergleichsstudien nimmt vor allem Lesen die zentrale Rolle in der Bildung ein.
Aus der Schriftspracherwerbsforschung heraus wurde der Begriff der Lernvoraussetzungen für Erfolgreiches Lesen- und Schreibenlernen geprägt und durch zahlreiche Befunde, diagnostische Materialien und Förderkonzepte auch für die Praxis erschlossen. Eine frühe und regelmäßige diagnostische Begleitung der Lernentwicklung mit einer darauf reagierenden differenzierten Unterstützung der Lernenden stellt immer noch das erfolgversprechendste Präventionsprogramm gegen massive Probleme beim Lesen- und Schreibenlernen dar. Dafür sollen relevante Befunde, diagnostische Materialien und didaktische Konzepte zusammengestellt werden.

Forum II - Rechenschwäche

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Rechnen lernen alle – auf das „Wie“ kommt es an

14:00 – 15:15 Vortrag II-A

Prof. Dr. Klaus-Peter Eichler, Direktor des Instituts für Mathematik und Informatik und Leiter der Studiengänge „Integrative Lerntherapie (BA/MA)“ an der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd

In den ersten Schuljahren wird gerechnet und natürlich sollen die Kinder dabei auch zu korrekten Ergebnissen kommen. Für diese gibt es schließlich Punkte und gute Noten. Wie viel aber wissen wir über die Wege, auf denen das eine oder andere Kind zum Ergebnis kommt? Lernen sie zum Beispiel isoliert für spezielle Aufgabentypen oder haben sie die Möglichkeit, Rechenstrategien zu erwerben? Scheint es Kindern im Unterricht so, als ob man in jedem Zahlenraum – erst bis 20, dann bis 100, danach bis 1000 … – das Rechnen „neu“ lernen muss oder erleben die Kinder das Zurückführen von neuen auf bereits bekannte Aufgaben als eine in der Mathematik grundlegende Arbeitsweise? Ist es völlig gleichgültig, wie das kleine 1 x 1 erarbeitet wird, weil es ja letztlich doch gedächtnismäßig zu beherrschen ist? …
Eine Antwort auf diese und weitere Fragen gibt dieser Vortrag. Es wird demonstriert, dass Lernschwierigkeiten auch durch die Nichtbeachtung dieser Fragen im Unterricht entstehen.

Den Zahlenblick schulen und rechnen lernen – Entwicklung und Förderung von Rechenkompetenzen bei Kindern, die Schwierigkeiten beim Rechnenlernen zeigen.

15:45 – 17:00 Vortrag II-B

Prof. Dr. Charlotte Rechtsteiner, Professorin am Institut für Mathematik und Informatik der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg

Auf dem Weg zum Rechnen in Klasse 1 stellt die Überwindung verschiedener Herausforderungen – umfassendes Zahlverständnis, Operationsverständnis sowie die Entwicklung strategischer Werkzeuge – eine notwendige Voraussetzung dar. Dabei zeichnet sich als zentraler Aspekt die Entwicklung eines Blicks für Beziehungen und Strukturen ab. Gerade Kinder mit Schwierigkeiten beim Mathematiklernen benötigen hierfür gezielte Aktivitäten. Umgekehrt können aus den oben genannten Herausforderungen schnell auch Stolpersteine werden, wodurch der Rechenlernprozess ins Stocken gerät und die Kinder Schwierigkeiten entwickeln.
Im Vortrag werden auf der Grundlage aktueller fachdidaktischer Forschungsergebnisse u. a. Entwicklungswege von Kindern vorgestellt und aufgezeigt, welche Chancen die Schulung des Zahlenblicks dabei bietet.

Forum III - Lernstörungen und psychosoziale Belastungen

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Lernschwierigkeiten und Lernstörungen – Welche Unterstützung sollte die inklusive Schule bieten?

14:00 – 15:15 Vortrag III-A

Klaus Seifried, Schulpsychologiedirektor a.D., Diplom-Psychologe, Psychologischer Psychotherapeut, Lehrer

Lernschwierigkeiten im Lesen, Schreiben oder Rechnen sind Alltagsprobleme in der Schule. Der Bildungsauftrag der inklusiven Schule umfasst nicht nur Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf, sondern auch Fördermöglichkeiten und Nachteilsausgleich bei Lernschwierigkeiten und Lernstörungen. Gerade die Ganztagsschule bietet verstärkt Möglichkeiten, die Angebote von Lerntherapeutinnen und Lerntherapeuten in den rhythmisierten Schulalltag zu integrieren. Dies entlastet die Kinder und ihre Eltern. Die pädagogische Arbeit der Lehrkräfte und Erzieherinnen kann durch die Kooperation mit freien Trägern und niedergelassenen Lerntherapeuten erweitert und bereichert werden.

„Das konnte ich noch nie…“ – mit psychischen und sozialen Folgen von Rechenschwäche und LRS konstruktiv umgehen, Nachteilsausgleich wirksam gestalten

15:45 – 17:00 Vortrag III-B

Dr. Lorenz Huck, Leiter der Abteilung Forschung, Entwicklung, Ausbildung der Duden Institute für Lerntherapie

Kinder, die große Schwierigkeiten im Lesen, Schreiben und Rechnen haben, zeigen sich oft traurig, ängstlich oder aggressiv. Gestützt auf eigene Forschungsergebnisse werden Zusammenhänge zwischen psychosozialen Belastungen und Lernschwierigkeiten gezeigt. Daraus leiten sich Hinweise für den Umgang mit betroffenen Kindern in der inklusiven Schule ab.

Forum IV - Lerntherapie und Schule

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Mit Erfolg lesen, schreiben und rechnen lernen – von Anfang an! Wie Lerntherapie und Schule sich gemeinsam dieser Aufgabe stellen können

14:00 – 15:15 Vortrag IV-A

Dr. Andrea Schulz (links), Leiterin des Systems der Duden Institute für Lerntherapie
Dr. Astrid Schröder (rechts), Fachbereichsleiterin Deutsch der Duden Institute für Lerntherapie


Jedes Kind kann von Anfang an beim Lernen erfolgreich sein – das muss kein Traum bleiben! Lerntherapeutisches Wissen und schulmethodische Kompetenz sollten dafür zusammengeführt werden. In den Schulprojekten der Duden Institute an Berliner Grundschulen wurde diese Teamarbeit im Rahmen einer kontinuierlichen Fortbildung für Lehrkräfte erprobt. Hierfür wurden grundlegende Übungen aus der Lerntherapie für den Schulunterricht aufgearbeitet. Im Rahmen von Hospitationen konnten Lerntherapeut und Lehrkräfte gemeinsam das Vorgehen der Kinder beobachten und reflektieren sowie bei Bedarf weitere Hilfen organisieren.

Im Vortrag werden erste Ergebnisse aus den Schulprojekten für die Fächer Mathematik und Deutsch vorgestellt. Videoaufnahmen illustrieren das Vorgehen.

Eine lerntherapeutische Haltung entwickeln – auch im Unterricht?

15:45 – 17:00 Vortrag IV-B

Dr. Helga Breuninger (links), Ehrenvorsitzende des „Fachverbandes integrative Lerntherapie e. V.“ Geschäftsführerin und Stifterin der Helga Breuninger Stiftung
Marina Rottig (rechts), Dozentin im Bereich Grundschulpädagogik Deutsch an der Universität Potsdam


In einem dreijährigen Forschungsprojekt erprobte die Helga Breuninger Stiftung an drei Berliner Schulen die Kombination lerntherapeutischer Einzelfallhilfe mit darauf aufbauender fallorientierter Lehrerfortbildung.
Bewährt hat sich die Arbeit mit den Kinder und ihren Lehrpersonen im schulischen Kontext.
Besonders beeindruckt waren die Lehrpersonen von der Wirksamkeit der lerntherapeutischen Haltung: Statt zu bewerten und sich in einen Machtkampf zu verstricken wird das Verhalten der Kinder intuitiv verstanden und positiv konnotiert. Im Konflikt werden die Bedürfnisse erkannt und ausgesprochen, statt Regelverletzungen normativ zu thematisieren. Das Vertrauen auf die Kooperationsbereitschaft in Verbindung mit der Stärkenorientierung trägt dazu bei, stabile und vertrauensvolle Beziehung zu entwickeln.
Um Studenten, Referendare und Lehrpersonen in diese Grundhaltung resonanter Beziehungen einzuführen, hat die Helga Breuninger Stiftung im Stiftungsverbund intus3 das Online-Trainingstool „geübte Intuition“ entwickelt.
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Fachbuch: Lerntherapie und inklusive Schule

Rechtzeitig zum Bundeskogress erscheint im November auch das Fachbuch "Lerntherapie und inklusive Schule". Ab sofort kann es im Online-Shop des Dudenverlags bestellt werden.
Bis zum 31.12.2017 ist es zum Subskriptionspreis von 30,00€ erhältlich.

Herausgeber: Lorenz Huck, Andrea Schulz
Dudenverlag, ca. 250 Seiten, 35,00€
ISBN: 978-3-411-76230-9

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Bei Fragen zur Anmeldung und der Zahlungsabwicklung, wenden Sie sich bitte an:

René Karsuntke
con gressa GmbH
E-Mail:
duden-lerntherapie@congressa.de
Telefon: +49 (0)30 28 49 38 48


Bei inhaltlichen Fragen zum Kongress, wenden Sie sich bitte an:

Dr. Lorenz Huck
Duden Institute für Lerntherapie
E-Mail:
huck@duden-institute.de

Veranstaltungsort

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