Ursachen für Lese-Rechtschreib-Schwäche

In der Regel ist es ein ganzes Bündel von Ursachen, das zum Entstehen einer Lese-Rechtschreib-Schwäche führt. Zu diesem Bündel gehören Beeinträchtigungen der mündlichen Sprache, wie z. B. verspätetes Sprechenlernen, Artikulations- bzw. Aussprachefehler, geringer Wortschatz.

Hervorzuheben sind in der Anfangsphase des Schriftspracherwerbs Entwicklungsverzögerungen im Bereich der phonologischen Bewusstheit. Betroffene Kinder haben Schwierigkeiten, Reime zu bilden, Wörter in Silben zu gliedern, die Lautfolge eines Wortes zu analysieren und ähnlich klingende Laute zu unterscheiden.

Erschwerend für das Erlernen des Lesens und Rechtschreibens wirken sich des Weiteren aus: Unsicherheiten in der Differenzierung von Buchstaben und Buchstabenverbindungen, instabile Buchstaben-Laut-Beziehungen, eine geringe Merkfähigkeit für gesprochene und geschriebene Sprache sowie Entwicklungsverzögerungen in der Graphomotorik.

Später kommen als Verursacher von Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten hinzu: fehlende Einsichten in orthografische Regeln, unzureichende Fähigkeiten im Bereich der Wortbildung, Mangel an effektiven Lernstrategien und Arbeitstechniken.
Weitere Ursachen können im sozialen Umfeld des Kindes liegen, wie zum Beispiel emotionale Probleme in der Familie, Störungen der Beziehungen zwischen Lehrkraft und Kind sowie zwischen den einzelnem Kind und der Lerngruppe.

In seltenen Fällen können auch organische Beeinträchtigungen, wie zum Beispiel Störungen zentralnervöser Prozesse, zu den Ursachen einer Lese-Rechtschreib-Schwäche gehören.

Darüber hinaus ist zu beachten, dass das andauernde Erleben von Misserfolgen zu psychischen Problemen führen kann. Die Betroffenen verlieren die Lust am Lernen, ihr Selbstwertgefühl kann sich negativ verändern und ein Vermeidungsverhalten dem Lesen und Schreiben gegenüber nach sich ziehen. Diese Folgeerscheinungen erschweren ihrerseits das weitere Lernen.