LeScha-Pilotstudie

Lerntherapie mit Kleinstgruppe im Duden Institut
Lerntherapeutische Förderung in Startchancen-Schulen

Im Rahmen eines Pilotprojekts wurden an 17 Startchancen-Schulen in Brandenburg lerntherapeutisch orientierte Förderangebote für Schülerinnen und Schüler mit Schwierigkeiten im Lesen, Schreiben und Rechnen erprobt.

Die LeScha*-Pilotstudie der Duden Institute für Lerntherapie untersucht die Umsetzung dieser Angebote sowie die Erfahrungen und Einschätzungen der beteiligten Lehrkräfte, Lerntherapeutinnen und Lerntherapeuten sowie der geförderten Kinder.

* LeScha = Lerntherapie und Startchancen

Download der LeScha-Pilotstudie

Fragen und Antworten zur LeScha-Pilotstudie

1
Was wurde untersucht?

Für den Erfahrungsbericht wurden die Beteiligten vor und nach einer etwa dreimonatigen Förderphase im Frühjahr 2026 befragt. Im Mittelpunkt stand die Frage, welche Entwicklungen sich in den Basiskompetenzen Lesen, Schreiben und Rechnen sowie in den Bereichen Motivation, Selbstvertrauen und Lernverhalten bereits innerhalb eines kurzen Förderzeitraums beobachten lassen.

Darüber hinaus wurden förderliche und hinderliche Rahmenbedingungen für die Umsetzung der Maßnahmen untersucht.

2
Wie wurden die Daten erhoben?

Die Pilotstudie basiert auf fünf Befragungen: jeweils einer Befragung von Lehrkräften und Lerntherapeut(inn)en zu Beginn und am Ende der Förderung sowie einer Abschlussbefragung der Kinder. Die Ergebnisse wurden quantitativ und qualitativ ausgewertet.

3
Wer nahm am Pilotprojekt und der anschließenden Evaluation teil?

An dem Pilotprojekt nahmen 143 Schülerinnen und Schüler an 17 Startchancen-Schulen in Brandenburg teil. Die Förderung wurde von 21 Lerntherapeutinnen und Lerntherapeuten durchgeführt.

An der Evaluation beteiligten sich 27 Lehrkräfte und 21 Lerntherapeut(inn)en zu Beginn sowie 24 Lehrkräfte und 19 Lerntherapeut(inn)en zum Abschluss des Projekts.

Zusätzlich gaben 109 Kinder Rückmeldungen zur Förderung in einer Abschlussbefragung.

4
Wie sah die lerntherapeutische Förderung aus?

Die Förderung fand über rund drei Monate (10 bis 12 Wochen) statt. Die Kinder wurden einzeln oder in Kleingruppen gefördert. Rund 70 % der Förderplätze entfielen auf Deutsch und 30 % auf Mathematik. Die Mehrheit der Kinder erhielt zwei Förderstunden pro Woche, der durchschnittliche Förderumfang lag bei 71 Minuten pro Woche.

5
In welchen Klassenstufen wurde das Pilotprojekt durchgeführt?

Die Förderung richtete sich vor allem an Kinder im mittleren Grundschulalter: 83,2 % der geförderten Kinder besuchten die Klassenstufen 3 bis 6.

Die größten Fördergruppen kamen aus den Klassen 4 (35 Kinder), 3 (33 Kinder), 6 (26 Kinder) und 5 (25 Kinder). Kinder der Klassen 1, 2 und 7 waren mit insgesamt 24 Teilnehmenden seltener vertreten.

Ergebnisse im Überblick

  • Hohe Akzeptanz und positive Bewertung der Förderung durch die teilnehmenden Kinder

  • Besonders hohe Beobachtung von Verbesserungen im Bereich der Lesekompetenz, der mathematischen Kompetenz, der Lernmotivation im Selbstbewusstsein/Selbstwertgefühl der Kinder sowie in der Selbstständigkeit

  • Hohe Übereinstimmung zwischen Lehrkräften und Lerntherapeutinnen bzw. Lerntherapeuten hinsichtlich der Förderziele

  • Große Zustimmung aller Beteiligten zur Fortführung der Angebote

  • Förderung mit vergleichsweise niedrigen finanziellem Aufwand umsetzbar

Zu den Erkenntnissen der Pilotstudie

Prof. Dr. Gerd-Dietrich Schmidt, Autor der Studie
Prof. Dr. Gerd-Dietrich Schmidt
Wer das Ziel des Startchancen-Programms ernst nimmt, die Zahl der Schülerinnen und Schüler mit unzureichenden Basiskompetenzen zu halbieren, muss die Förderung der am stärksten belasteten Kinder deutlich ausbauen. Die vorliegende Evaluation zeigt, dass lerntherapeutisch orientierte Förderangebote hierfür ein sinnvoller Baustein sein können.

Empfehlungen für Bildungspolitik und Verwaltung

  • Lerntherapeutische Förderung sollte als Teil des Unterstützungs- und Fördersystems der Startchancen-Schulen längerfristig und verlässlich finanziert werden.

  • Verbindliche Standards für Diagnostik, Informationsweitergabe, Förderplanung und Evaluation sollten entwickelt werden.

  • Multiprofessionelle Teams aus Schule und externen Fachkräften sollten strukturell und organisatorisch gefördert werden.

Empfehlungen für Schulen und Lerntherapie vor Ort

  • Fördergruppen sollten auf Grundlage diagnostischer Einschätzungen gebildet und Förderziele gemeinsam vor Förderbeginn abgestimmt werden.

  • Regelmäßige Austauschformate zwischen Lehrkräften und Lerntherapeut(inn)en sollten verbindlich etabliert werden.

  • Eltern sollten auch bei lerntherapeutisch orientierten Fördermaßnahmen in der Schule stärker eingebunden werden.

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Pressemitteilung zur LeScha-Studie