Die LeScha-Pilotstudie der Duden Institute für Lerntherapie liefert erste Hinweise darauf, dass lerntherapeutische Angebote an Startchancen-Schulen Kinder mit Lernschwierigkeiten gezielt unterstützen und damit zur Erreichung der Ziele des Programms beitragen können. Im Rahmen eines Pilotprojekts wurden an 17 Startchancen-Schulen in Brandenburg lerntherapeutische Förderangebote für Schüler/-innen mit Schwierigkeiten im Lesen, Schreiben und Rechnen umgesetzt. Die „LeScha-Pilotstudie” untersucht die Umsetzung des Angebots sowie Erfahrungen und Einschätzungen der Beteiligten. Für die Evaluation wurden Lehrkräfte, Lerntherapeutinnen und -therapeuten sowie die geförderten Kinder vor und nach einer rund dreimonatigen Förderphase im Frühjahr 2026 befragt. Im Mittelpunkt standen Fragen zu möglichen Entwicklungen im Bereich der Basiskompetenzen sowie im Hinblick auf Motivation, Selbstvertrauen und Lernverhalten. Hohe Akzeptanz bei Kindern und Lehrkräften
In den Ergebnissen zeigt sich eine hohe Akzeptanz der Förderangebote. Kinder bewerteten die Unterstützung deutlich positiv. Lehrkräfte sowie Lerntherapeutinnen und -therapeuten berichten übereinstimmend von Verbesserungen hinsichtlich Motivation, Selbstvertrauen und Lernbereitschaft. Auch beim Erwerb grundlegender Basiskompetenzen deuten die Rückmeldungen auf erste Fortschritte hin. Alle beteiligten Lehrkräfte und Förderkräfte sprachen sich für eine Fortführung der Angebote aus. In den Befragungen zeigte sich zudem eine hohe Übereinstimmung der pädagogischen Ziele aller Beteiligten mit Blick auf die Förderung grundlegender Kompetenzen und erfolgreicher Lernprozesse.
Beitrag zu den Zielen des Startchancen-Programms
Die Ergebnisse der PISA-Studie 2025 zeigen, dass weiterhin viele Jugendliche in Deutschland die Mindeststandards im Lesen und in Mathematik nicht erreichen. Das Startchancen-Programm von Bund und Ländern verfolgt das Ziel, die Zahl der Schülerinnen und Schüler mit unzureichenden Basiskompetenzen bis 2034 zu halbieren. Vor diesem Hintergrund kommt der Förderung besonders belasteter Kinder in sozial herausfordernden Lagen eine zentrale Bedeutung zu. Förderung mit vergleichsweise geringen finanziellen Aufwand umsetzbar
Im Rahmen der Pilotuntersuchung der Duden Institute für Lerntherapie wurde zudem berechnet, welcher finanzielle Rahmen für eine Umsetzung der Förderangebote erforderlich wäre. Die Berechnungen legen nahe, dass lerntherapeutische Förderung mit einem vergleichsweise geringen Anteil der verfügbaren Mittel finanziert werden könnte. Am Beispiel Brandenburgs lässt sich abschätzen, dass dafür jährlich maximal sechs Prozent der Mittel des Startchancen-Programms und höchstens ein Drittel des Chancenbudgets aus Säule II erforderlich wären, um zusätzliche Lernförderung im Umfang von zwei Förderstunden pro Woche bereitzustellen. Die dafür notwendigen Investitionen erscheinen insgesamt überschaubar. Vor diesem Hintergrund plädiert der Autor der Evaluation und Gründer der Duden Institute für Lerntherapie Prof. Dr. Gerd-Dietrich Schmidt dafür, die Fördermöglichkeiten des Startchancen-Programms für Kinder und Jugendliche mit erheblichen Lernschwierigkeiten zu nutzen: „Wer das Ziel des Startchancen-Programms ernst nimmt, die Zahl der Schülerinnen und Schüler mit unzureichenden Basiskompetenzen zu halbieren, muss die Förderung der am stärksten belasteten Kinder deutlich ausbauen. Die vorliegende Evaluation zeigt, dass lerntherapeutisch orientierte Förderangebote hierfür ein sinnvoller Baustein sein können.“ Weitere Informationen und Download der Pilotstudie unter: www.duden-institute.de/lescha-pilotstudie
Pressekontakt