Eine kindgerechte Geschichte um den kleinen Drachen Frido thematisiert und erklärt Ängste im Umgang mit mathematischen Aufgaben. Das Buch bietet Gesprächsanlässe zu Ängsten und damit verbundenen Gefühlen. In den Handlungsverlauf eingebettet – und das soll hervorgehoben werden – finden sich Aufforderungen und genaue Beschreibungen für kleine, konkrete Aktivitäten. Dies ermöglicht Kindern und den erwachsenen Lesern, ein vertieftes Verständnis für Lernschwierigkeiten und Lernängste zu gewinnen.
Am besten wird diese Geschichte von einer erwachsenen Person gemeinsam mit dem Kind gelesen. So können die Gesprächsanlässe tatsächlich zu Gesprächen werden, in denen gemeinsam besprochen wird, wie es dem Kind in den Momenten geht, wenn es vor mathematischen Fragen steht. Kennt es das mulmige Gefühl, das klopfende Herz oder den leeren Kopf? Wie fühlt sich das genau an, und was kann es tun, um die beklemmenden Gefühle zu mindern?
Die Reise des kleinen Drachen – sozusagen sein Weg des Wachsens an Herausforderungen – ist gepflastert mit Aufträgen, an denen die Leser Anteil nehmen und in deren Beantwortung sie einbezogen werden.
Im ersten Auftrag geht es z. B. darum, wie die Anzahl einiger Sterne am Nachthimmel durch ihre Gruppierung erkannt werden kann. Im dazugehörigen Bild kann man gleich ausprobieren, wie man selbst vorgehen würde. An anderer Stelle ist es kein Hindernis, wenn der mathematische Inhalt der Fragen nicht immer ohne Weiteres von Kindern mit Lernschwierigkeiten erfasst werden kann. Wenn Erwachsene und Kinder sich gemeinsam mit den kleinen Rätseln und Rechenaufgaben befassen, kann dies dazu beitragen, belasteten Erfahrungen beim Mathematiklernen positive gemeinsame Erlebnisse entgegenzustellen.
Wenn man gemeinsam z. B. nicht weiß, was eine Kernaufgabe oder Hundertertafel ist, dürfte eine Recherche schnell zur Klärung beitragen. Wie die Figur des kleinen Drachen, der helfende Freunde hat, ist auch ein Kind nicht allein mit den Hürden und ängstlichen Befürchtungen. Im Wechsel zu den mathematischen Rätseln finden sich Übungen zur Entspannung oder für die Achtsamkeit. Diese Übungen führt man am besten (mehrfach) gemeinsam durch, um herauszufinden, welche gefallen und sich vielleicht immer wieder in den Alltag und vor oder nach einer anstrengenden Übung integrieren lassen.
Mit jeder gelösten Aufgabe gewinnt Frido an Selbstvertrauen, selbst wenn er bei der nächsten Herausforderung erneut seine Verunsicherung spürt, nach und nach jedoch Strategien nutzt, um sie zu überwinden.
Im letzten Abschnitt des Buches finden sich ein Beitrag zur Psychoedukation sowie einige Literaturhinweise.
Das Buch wird nicht bewirken, dass Kinder mathematische Basiskompetenzen erlangen und Lernschwierigkeiten überwinden. Es kann jedoch dazu beitragen, dass Lernprobleme und Mathematikängste zum Gesprächsthema werden, Kinder entlastet und im gemeinsamen Erproben kleiner Strategien gestärkt werden.
Autorin:

Jana Köppen arbeitet als Leiterin des Fachbereichs Mathematik an den Duden Instituten für Lerntherapie