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Engagierte Aufklärung für die Region

Mit der richtigen Unterstützung ist eine Lernschwäche kein Hindernis für den Traumberuf. Sensibilisierung und Aufklärung zum Thema sind deshalb wichtige Bausteine in der Arbeit von Rica Hoehle, Leiterin des Duden Instituts für Lerntherapie in Bad Wildungen.

Dass Menschen häufig durch ihre persönliche Geschichte zu einem Thema finden, ist nicht ungewöhnlich. Bei Rica Hoehle, Institutsleiterin am Standort Bad Wildungen, trifft dies in doppeltem Sinne zu.

Die studierte Grundschullehrerin hatte bereits im Studium erste Berührungen mit dem Thema Lernschwäche und Lerntherapie gemacht. Ungewöhnlich, schließlich waren das die 1980er Jahre und die Problematik begann gerade erst, überhaupt ins Bewusstsein zu rücken. „Ich nehme an, dass der Dozent persönlich in der einen oder anderen Form betroffen war. So habe letztlich ja auch ich zur Lerntherapie gefunden“, erzählt sie.

Ihre zweite Berührung kam durch die Familie. Drei ihrer vier inzwischen erwachsenen Kinder sind selbst von Legasthenie betroffen und so weiß Rica Hoehle sehr genau, wovon sie spricht, wenn sie von den Sorgen der Eltern erzählt. Als ausgebildete Lehrerin, die schon viel über die Problematik wusste, konnte sie ihre Kinder gut unterstützen. Obwohl sie von dem Prinzip der Lerntherapie bis dato nur wenig gehört hatte, machte sie doch intuitiv schon vieles, was auch in der Therapie eine große Rolle spielt: regelmäßiges Üben, Kontrolle, Reflexion.

Dass sie selbst Lerntherapeutin und Institutsleiterin wurde, passt ins Bild. Rica Hoehle ist eine offene und warmherzige Person. Mit Kindern zu arbeiten, lag ihr sehr am Herzen, dabei wollte sie aber auch auf ihre eigene Selbstständigkeit nicht verzichten. Da sie ohnehin lieber mit einem einzelnen Kind statt in Gruppen arbeitet, schien ihr die Arbeit als Lerntherapeutin ideal.

Mit Spielen und Freude zum Erfolg

Am liebsten arbeite ich mit Spielen“, erzählt Rica Hoehle. „Was dabei erfolgreich ist, hängt aber sehr stark vom Kind ab, das kann man nicht pauschal beantworten.“

Das Konzept der Duden Lerntherapie hat Rica Hoehle von Anfang an überzeugt: die umfangreiche Diagnose, die individuelle Gestaltung der Therapie und eben das Spielen als ein Zugang zum Lernen. Das Kind darf dabei nicht überfordert werden, aber eben auch nicht unterfordert. Das ist eine große Herausforderung, da die Kinder zwar eine Entwicklungsverzögerung haben, ihre Intelligenz aber genauso weit entwickelt ist wie die ihrer Altersgenossen. „Man kann da natürlich keine Kindergartenspiele anbieten, dann fühlen sie sich nicht ernst genommen“, sagt Frau Hoehle. Hier das Richtige zu finden, macht ihr besonders viel Spaß. Sie greift dann häufig auf Spiele zurück, die die Kinder schon kennen – das Bauspiel Jenga zum Beispiel, oder Memory – und erweitert sie um Aufgaben, die zum aktuellen Lernziel der Therapie passen. Die Spielregeln variiert sie für jedes Kind, dabei muss sie immer darauf achten, dass es nicht zu kompliziert wird. „Wenn ein Spiel zu lange erklärt werden muss, verlieren die Kinder die Lust. Am besten man fängt einfach an und zeigt beim Spielen, wie es geht. Und dann beginnt der Spaß und sie merken gar nicht, dass sie arbeiten. Das ist überhaupt wichtig, schließlich will sich kein Kind den Nachmittag lang herumärgern“, sagt Frau Hoehle und lacht. Es ist ein ansteckendes, fröhliches Lachen. Dass den Kindern das Lernen mit ihr Spaß macht, glaubt man sofort.

Ihre gute Ausbildung, ihre engagierte und einfühlsame Art und die Erfahrungen, die sie selbst als Mutter gemacht hat, geben ihr die Möglichkeit, auch schwierige Ausgangssituationen zu bewältigen.

„Viele Kinder sind ja mehrfach betroffen und haben zum Beispiel Legasthenie, Dyskalkulie und ADHS zusammen. Solche Kinder hatten es früher noch schwerer als heute. Da hieß es dann nur ‚kann nicht lesen, kann nicht schreiben, zappelt den ganzen Tag und stört den Unterricht“, weiß Hoehle. „Ich bin sehr dankbar, dass es nun mehr Möglichkeiten zur individuellen Förderung gibt und ich damit helfen kann, dass so ein Kind erfolgreich durch die Regelschule kommt.“

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