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Berufsbild: Lerntherapeut/in

Um Ihnen einen besseren Einblick in das Berufsbild: Lerntherapeut/in geben zu können, sind untenstehend wichtige und häufig gestellte Fragen zusammengefasst:
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Lerntherapeutinnen und Lerntherapeuten arbeiten mit Kindern, die erhebliche Schwierigkeiten beim Erlernen des Lesens, Schreibens und/oder des Rechnens haben. Diese Kinder haben nicht nur den Anschluss an den Unterricht in der Schule verloren, sondern sind auch im Alltag mit vielen Problemen überfordert, die Gleichaltrige im Allgemeinen ohne Schwierigkeiten bewältigen: Sie können z. B. keine Spielanleitung vorlesen, keinen Notizzettel an die Eltern schreiben oder nicht alleine einkaufen.

Oft haben sie so viele Frustrationserlebnisse gesammelt, dass sie ein ungünstiges Bild von sich selbst entwickelt haben („Ich kann das einfach nicht!“). Häufig sind sie mutlos und traurig geworden, manchmal reagieren sie auch aggressiv auf Anforderungen, die für andere Kinder selbstverständlich wären. Im ungünstigen Fall reagieren Eltern und Umfeld, ohne dies zu beabsichtigen, auf solches Verhalten in einer Weise, die das Problem weiter eskalieren lässt. Dann muss lerntherapeutische Unterstützung auch Familie, Schule und andere beteiligte Systeme umfassen.
Lerntherapeutinnen und Lerntherapeuten arbeiten therapeutisch mit Kindern und beraten deren Eltern und Familien. Im Vordergrund steht die Verbesserung der emotionalen Situation und der Lernfähigkeit des Kindes. Der Weg dahin führt über die Entwicklung von Lernvoraussetzungen, den Aufbau grundlegender fachlicher Inhalte und die Veränderung des Lernumfeldes.

Zudem tauschen sich Lerntherapeutinnen und Lerntherapeuten regelmäßig mit den Lehrerinnen und Lehrern ihrer Therapiekinder bzw. anderen beteiligten Fachleuten aus, wenn dies von den Eltern gewünscht wird.

Weitere Tätigkeitsschwerpunkte ergeben sich aus der Zusammenarbeit mit Ämtern und Behörden: In diesem Zusammenhang ist es wichtig, Inhalte und Verlauf der Therapie nachvollziehbar zu dokumentieren und in regelmäßigen Abständen darzustellen.
Schließlich gehören zu den Aufgaben von Lerntherapeutinnen und Lerntherapeuten die ständige Fortbildung sowie die systematische Vorbereitung und Reflexion der therapeutischen Tätigkeit.
Die lerntherapeutische Arbeit mit Kindern, die eine Lese-Rechtschreib-Schwäche oder Rechenschwäche haben, ihren Familien und ihrem Umfeld erfordert besondere Haltungen, die sich im therapeutischen Handeln, der Gesprächsführung, der Gestaltung therapeutischer Beziehungen und auch in der Reflexion über Erfolge und Rückschläge äußern.
Eine solche Haltung ist z. B. die unbedingte Wertschätzung, mit der erfolgreiche Lerntherapeutinnen und Lerntherapeuten Kindern und Familien begegnen: Jedes Verhalten – auch das, das als problematisch erscheint – hat subjektiv gute Gründe, die verstanden und berücksichtigt werden müssen.
Lerntherapeutinnen und Lerntherapeuten brauchen Wissen über den Gegenstand, den sie Kindern nahebringen wollen. Dabei reicht es nicht aus, selbst eine große Lese-, Rechtschreib- und Rechenkompetenz zu haben. Es müssen auch die Hintergründe bestimmter Phänomene durchschaut werden.
Warum wird der gleiche a-Laut in dem Wort „Schar“ z. B. anders notiert als in „Haar“ oder in „Jahr“?
Warum müssen wir über die Lösung der Aufgabe 35 + 17 nachdenken, während wir bei der Aufgabe 30 + 5 das Gefühl haben, dass es gar nichts zu rechnen gibt?
Woher weiß man, wie man die Buchstaben „a“, „i“, oder „u“ in englischen Wörtern wie „game“, „shine“, „lap“, „sun“, „hope“, „cute“ oder „fin“ vorlesen muss? Muss man die Aussprache auswendig lernen?
Nur wer überblickt, welche sprachlichen Regelmäßigkeiten bzw. welche mathematischen Strukturen hinter diesen Phänomenen stehen, kann erfolgreich Lernprozesse anstoßen und begleiten.
In der Fachdidaktik und pädagogischen Psychologie vereinen sich das Wissen über den Gegenstand und das Wissen über die kindliche Entwicklung und beziehen sich auf die Fragestellung: Wie kann man – ganz praktisch! – Kinder in Lernprozessen unterstützen und ggf. Lernblockaden lösen? U. a. sind dabei zu berücksichtigen:
Allgemeine Kenntnisse zu kognitiven, emotionalen und motivationalen Bedingungen des Lernens, beispielsweise zur optimalen Gestaltung des Anforderungsniveaus gestellter Aufgaben, so dass reale Erfolgserlebnisse und Erfahrungen von Selbstwirksamkeit im Problemfach möglich werden.
Kenntnisse zu den besonderen Bedingungen des Lernens in einem Gegenstandsbereich, z. B. zum Zusammenhang allgemeiner kognitiver Fähigkeiten wie Orientierung und Vorstellung mit der Entwicklung von Einsicht in die Strukturen des Zahlenraums – oder zum Zusammenhang von Lernvoraussetzungen wie der auditiven Unterscheidung lang und kurz klingender Selbstlaute mit der Entwicklung von Einsicht in orthographische Regeln.
Kenntnisse zu den besonderen Bedingungen des Lernens in einem Gegenstandsbereich, z. B. zum Zusammenhang allgemeiner kognitiver Fähigkeiten wie Orientierung und Vorstellung mit der Entwicklung von Einsicht in die Strukturen des Zahlenraums – oder zum Zusammenhang von Lernvoraussetzungen wie der auditiven Unterscheidung lang und kurz klingender Selbstlaute mit der Entwicklung von Einsicht in orthographische Regeln.
Kenntnisse zu den Hintergründen von Lern- und Leistungsvermeidung und -verweigerung, beispielsweise zu den Ursachen und Auswirkungen einer „misserfolgsorientierten“ Haltung bei Kindern.
Wie die Bezeichnungen „Jurist“, „Unternehmensberater“ oder „Flugkapitän“ ist der Titel „Lerntherapeut“ nicht geschützt. Einige Universitäten, Verbände und Vereine vergeben Abschlüsse und Zertifikate auf der Grundlage selbst gestalteter Aus- und Weiterbildungsordnungen. Das sind beispielsweise der Fachverband für integrative Lerntherapie e.V. , der Bundesverband Legasthenie e.V. , die Universität Hamburg , die PH Schwäbisch Gmünd sowie die TU Chemnitz .

Die Ausbildung nach dem Konzept der Duden Institute für Lerntherapie orientiert sich daran. Sie ist durch strenge Zugangsvoraussetzungen, verbindliche Inhalte mit fachdidaktisch-entwicklungspsychologischem Schwerpunkt und eine enge Begleitung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch erfahrene Mentoren gekennzeichnet. So gewährleisten wir eine durchgehend hohe Qualität der therapeutischen Arbeit an den Duden Instituten.

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